Nachhaltig heiraten – im Gespräch mit…

17.10.2020 | Heiraten

Nachhaltig heiraten – ein Trend-Thema! Hochzeiten spielen schon lange eine wichtige Rolle in meinem Berufsleben – und dabei habe ich natürlich sehr viele andere Dienstleister rund um’s Heiraten kennengelernt. Sie alle sind Spezialisten mit ganz verschiedenen Schwerpunkten und Kompetenzen. Da ich selbst im Bereich der grünen Kosmetik unterwegs bin, sind natürlich alle angrenzenden Themen besonders spannend für mich.

Heute spreche ich mit Nicole Dommaschk, Inhaberin von Leuchtende Augenblicke und Expertin für nachhaltige Hochzeitsplanung. Wer also in und um Berlin nachhaltig heiraten will, ist bei Nicole goldrichtig.
Martina: Nicole, Nachhaltigkeit ist ja DAS Schlagwort – alle reden ständig darüber, ganz viele Firmen haben es im Marketing, aber ich habe immer den Eindruck, fast niemand weiß, was damit wirklich gemeint ist. Wie würdest du Nachhaltigkeit definieren?

Nicole: Nachhaltigkeit hat so viele Facetten, dass macht die Definition nicht einfach. Was wäre am wichtigsten? Klimawandel und Reduktion des CO2 Eintrages stehen ganz oben auf meiner Liste, aber es gibt noch so viel mehr. Weniger Abfälle, Vermeidung von Umweltverschmutzung, soziale Arbeitsbedingungen gehören auch dazu.

Die vielen Jahre, in denen ich mich schon mit Umwelt- und Gesundheitsschutz beschäftige, haben mir gezeigt, dass es wichtig ist den Blick offen zu halten und sich nicht zu sehr auf nur einen Aspekt zu fokussieren. Und ganz wichtig ist zu versuchen, einen „Blick hinter die Kulissen“ zu werfen – auch wenn das nicht immer so einfach ist. Denn oftmals erscheint etwas nachhaltig und als wunderbare Lösung, schaut man genauer hin, ist es das aber nicht.

Als Hochzeitsplanerin stehen natürlich die Wünsche meiner Paare an 1. Stelle. Ich sehe mich nicht in der Rolle der Frau mit erhobenem Zeigefinger, sondern als Hilfestellerin und Unterstützerin. Gerade Hochzeiten bieten unglaublich viel Potential und noch dazu macht es unglaublich viel Spaß und es ist spannend, neue Wege zu entdecken.

Leuchtende Augenblicke
Martina: Im Kosmetikbereich gibt es das sog. Greenwashing, das bedeutet, Firmen tun so, als wären ihre Produkte Naturkosmetik, indem sie einen pflanzlichen Wirkstoff ganz prominent ausloben oder einfach irgendwelches Grünzeug auf die Verpackung drucken und dann Schlagwörter wie „clean“ oder „natürlich“ dazuschreiben, obwohl das Produkt kein bisschen grün ist. Erlebst du so etwas auch in anderen Bereichen?

Nicole: Darauf treffe ich auch bei der Hochzeitsplanung immer wieder. Beispielhaft wären hier Trockenblumen zu nennen. Erstmal eine tolle Idee, um Abfälle zu reduzieren. Allerdings bieten viele Läden Trockenblumen an, die keineswegs natürlich getrocknet wurden, sondern unter Verwendung von Bleichmitteln und dem Einsatz von schädlichen Chemikalien. Da kann von Nachhaltigkeit keine Rede mehr sein.

Nachhaltig heiraten Catering
Martina: Du hast selbst einen beruflichen Background im Umwelt- und Naturschutz. Das finde ich hochspannend. Wie kam es, dass du den Hüpfer in die Hochzeitsplanung vollzogen hast?

Nicole: Ein grüner Faden zieht sich schon immer durch mein Leben, genauso wie ein Faible für Struktur und Organisation. Über Hochzeiten hatte ich mir jedoch nie so richtig Gedanken gemacht. Das hat sich schlagartig geändert, nachdem ich meine eigene Hochzeit organisiert hatte. Also habe ich mich intensiver mit dem Thema Hochzeitsplanung und vor allem nachhaltige Hochzeitsplanung beschäftigt. Danach war für mich klar, dass Hochzeitsfeiern „grüner“ zu gestalten und Paare dabei zu unterstützen, ihre einzigartige Hochzeit zu feiern genau der richtige Weg für mich ist.

Martina: Wer sind deine typischen Kunden, welche Brautpaare sind bei dir genau richtig?

Nicole: Den typischen Kunden gibt es so nicht. Die meisten zeichnet jedoch Neugier, Offenheit und die Bereitschaft, etwas für die Umwelt zu tun, aus. Es muss ja auch nicht der ganz große Wurf sein. Jedes Paar ist da anders und für mich zählt jeder Schritt, wenn er in eine positive Richtung geht. Ich glaube, dass Perfektionismus und der Gedanke „ich kann ja sowieso nichts ändern“ dazu führen, dass eine Chance verpasst wird. Je mehr Menschen entdecken, dass sie auch mit kleinen Schritten zum Erfolg beitragen können, umso besser. Das ist für mich eine Erkenntnis, die sich erst über die Jahre entwickelt hat.

Martina: Was sind üblicherweise die allerersten Fragen, die dir deine Kunden stellen?

Nicole: Eine häufige Frage ist zum Beispiel die Frage nach den Kosten. Ob also eine nachhaltige Hochzeit teurer ist als eine konventionell geplante Hochzeit. Die meisten Paare haben einen Budgetrahmen, der natürlich nicht überschritten werden soll. Da kann ich die Paare beruhigen, denn auch wenn es einzelne Aspekte gibt, die teurer sind, kann man an anderer Stelle wieder sparen.

Martina: Was würdest du sagen, in welchem Bereich der Hochzeit lässt sich Nachhaltigkeit am unkompliziertesten umsetzen? Und wo ist es am schwierigsten?

Nicole: Am unkompliziertesten ist dies im Bereich des Caterings. Gerade in Berlin gibt es inzwischen viele Caterer und auch Locations, die leckere vegetarische oder sogar vegane Küche anbieten. Regionale und saisonale Küche wird auch vielfach angeboten, ebenso wie der Einsatz von Bio- oder Fairtrade Produkten.

Schwieriger wird es, wenn eine Location gesucht wird, die möglichst CO2 neutral sein soll. Auch auf die Reduktion von Abfällen in Richtung von Zero-waste-Konzepten sind die meisten Locations noch nicht ausgerichtet. Da gibt es also noch reichlich Potential.

Nachhaltig heiraten Ringe
Martina: In welchem Bereich staunen deine Kunden am meisten, dass Dinge eventuell gar nicht nachhaltig sind? Klar versteht jeder, dass es nicht sinnvoll ist, die ganze Hochzeitsgesellschaft einmal quer durch Europa zu fliegen. Aber mir war früher z.B. überhaupt nicht bewusst, dass man auch bei Edelmetallen wie Gold auf faire Qualität achten sollte.

Nicole: Ja, die Edelmetalle sind schon ein großes Thema. Das Aha-Erlebnis gibt es häufig auch bei der Floristik. Klar denken viele daran, dass die Blumen nur für einen Tag verwendet werden und dann häufig im Müll landen. Aber dass viele Blumen nicht in die Biotonne gehören, sondern in den Restmüll, weil sie chemisch behandelt sind, wissen viele nicht.

Martina: Was ist deine Vision, was möchtest du deinen Kunden unbedingt mit auf den Weg geben?

Nicole: Seid mutig. Traut euch, mehr Nachhaltigkeit in euer Leben zu bringen, es lohnt sich.

Martina: Danke, Nicole für deine ausführlichen und erhellenden Antworten!

Ihr möchtet Nicole kennenlernen und buchen? Dann bitte hier entlang:

Nicole Dommaschk (Hochzeitsplanerin und Biologin)
Inhaberin von Leuchtende Augenblicke Hochzeitsplanung

Nicole von Leuchtende Augenblicke

Liebe Grüße, 

Martina

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